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2015_Zither-Mag_1

Raubzithertum El Zitheracchi JD Records & pictures Gmbh Tel: 08039 – 90861 77 oder per Fax: 08039 – 98 6179 Preis: 15 Euro www.zitheracchi.com Eigenwillig melancholisch El Zitheracchis erste CD „Modernes Raubzithertum“ 13 Titel umfasst die 2013 erschienene CD des Zitherchamäleons El Zitheracchi mit seinen beiden Percussionisten Andreas Dem- mel und Leonhard Börmann. Schon gleich beim ersten Stück mit dem Wortspiel „BavarIndi“ wird deutlich, dass das moderne Musikraubrittertum im Sinne kontinent übergreifender Polysti- listik keine Grenzen kennt. Zwischen avantgardeverdächtigen Wortfetzen, obertonstarken Basstönen, beinahe bayerischen Kadenzmustern, modal angehauchtem Weltmusikmelos, alpen- ländlerisch Anklängen und quasiindischen Sitar-Monotonien ist dem Zitheracchi aber auch gar nichts heilig. Scheinbar, aber doch nicht ganz mühelos jede musikalische Stilklippe überspielend, gerät vor allem der längste Titel der CD zu einer nachdenklich melancholischen Weltreise zwi- schen Okzident und Orient, zwischen Notation und Improvi- sation. Leider setzt sich diese außergewöhnliche Stilmischung nicht in allen Titeln fort. Stattdessen werden in der folgenden „Zitheracchi-Suite“ Walzer-Paraphrasen ein- und schnell wieder ausgeblendet, als gehörten sie nicht zum Programm. „Acoustic Zithaflight“, wieder so ein trendiges Wortspiel, wie es inzwischen in jedem Werbespot mehr oder weniger gelungen von den Lit- fasssäulen der Großstädte leuchtet, bleibt musikalisch hinter „Schön voran“ zurück, das mit seiner bewusst oder unbewusst trübenIntonationatmosphärischreizvollist.„DerBaumamWas- ser“ könnte als gelungene Alternative zum allgegenwärtigen Rap durchgehen,istdafürjedochinhaltlichetwasblassgeraten.Sehr schön schräg die zum Schein balinesisch anmutenden Klänge im „St. LeoHang“, die der Schweizer Schlagzeuger Leonhard Bör- mann einem verbeulten Kochtopf ähnelnden Metallinstrument namens Hang entlockt. Zugegeben,nachdemzehntenTiteldieserArt„Entspannt’sEich moi“ gehen einem die Wortspiele beinahe schon wieder auf die Nerven. Gerade deshalb wirkt die Musik in ihrer aparten Kom- bination aus Zither und sanftem Saxofonsound hier besonders entkrampfend. Eine originelle, eigenwillige Produktion, bei welcher über allem ein grundmelancholischer verhaltener Charakterzug schwebt, der zum Weiterhören einlädt, auch wenn sich nicht alle Titel in gleicher Weise ins musikalische Unterbewusstsein hineinfres- sen. Nichts für Puristen, eher für Pluralisten. Fredrik Schwenk CD - Neuerscheinungen MAGAZIN |63 Tel: 08039 – 9086177 oder per Fax: 08039 – 986179

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