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2015_Zither-Mag_1

Neuerscheinungen Max Beckschäfer Horchend still Fünf Lieder nach Gedichten von Tina Stroheker für Countertenor (Alt) und Diskantzither Psalteria Verlag Innsbruck Verl.Nr.: PS NM 18 Schwierigkeitsgrad: 4 Preis: 25 Euro Herbes Schmuckstück Max Beckschäfers Liederzyklus „Horchend still“ Der 1952 in Münster/Westfalen geborene Komponist und Organist Max Beckschäfer studierte von 1975 bis 1973 Kir- chenmusik und Komposition an der Münchener Hochschu- le für Musik und Theater. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und lehrt derzeit an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg Musiktheorie. Sein bereits 1998 komponierter Zyklus „Horchend still“ ist jetzt im Psalteria-Verlag Innsbruck erschienen. Fünf schlichte und doch komplexe Lieder ergänzen sich zu einer zyklischen Einheit, obwohl jedes Gedicht für sich steht. So handelt das erste Gedicht von der Stille einer Winterland- schaft, die sich ins Innere des Betrachters überträgt. Dem- entsprechend gibt sich die Musik formschön und karg, nur das Notwendigste mitteilend. Auch im zweiten Lied geht es um eine alleinstehende Person, die im stummen Dialog mit sich selbst die draußen vorüberziehenden Personen wahr- nimmt. Der Hauch eines salonhaften Walzers durchfließt den zwischen Dur und Moll schwebenden Satz. Im dritten Gedicht zieht ein junges Liebespaar vorüber und rührt den Betrachter zu Tränen. Das tremolo, eine Art mandolina- to-Effekt in der Zither beschreibt dabei das innere Beben des Betrachters, während die Singstimme nach außen ru- hig und kontemplativ wirkt. Überhaupt hat man bei allen Liedern dieses Werkes den Eindruck, als spiegle die Zither das Innenleben des Be- trachters, während sich die Singstimme scheinbar unbe- rührt in epischer Erzählweise das jeweilige Ereignis ver- mittelt. Die innere Tragweite ermisst sich aus der in jeder Note spürbaren Spannung zwischen äußerer Erzählweise und innerem Unbehagen bis hin zu seelischem Schmerz. Mit Allegro sereno e leggiero, einer sehr seltene Satzbezeich- nung, die die Helligkeit des Klangs betont, beginnt das letzte der Lieder. Beinahe surreal mutet der Text an, wenn der Zyk- lus mit den tröstenden Worten schließt: „Komm für ein paar Augenblicke, die aus dem hohen Blau fielen, für uns.“ Und während die Singstimme an der letzen Silbe hängt, wie an ei- nem Strohhalm im Meer der Tränen, so verlängert die Zither das Sehnen nach der Unendlichkeit des Augenblicks. Ein durchgängig in herber Tonsprache gehaltenes Schmuck- stück; einer der seltenen Werkzyklen für Singstimme und Zither, die auf Grund des moderaten technischen Anspruchs an die Begleitstimme häufiger zu hören sein sollte. Fredrik Schwenk Isolde Jordan Zitherspiel begreifen Technische und musikalische Grundlagen Teil A: Dur-Haupttonarten (C D F G) Psalteria Verlag, Innsbruck Verl. Nr.: PS Ü 3A Preis: 15 Euro Praxisnahe Harmonielehre Eine gute Ergänzung des Anfängerunterrichts In den gängigen Zitherschulen werden die Grundlagen der Harmonielehre meist nur in knappen Ansätzen bzw. ungenügend bis gar nicht behandelt. Wer sich also etwas eingehender über die Eigenschaften von Tonarten, Skalen und Akkorden informieren will, ist auf Fachliteratur ange- wiesen. Hier sehen sich jedoch Anfänger und Laien nicht selten mit dem Problem konfrontiert, dass die gängigen Lehrbücher zu umfangreich, zu anspruchsvoll oder für rein akademische Zwecke konzipiert sind. Zudem orientieren sich diese Abhandlungen meist am klassischen Klavier- oder Chorsatz und lassen sich daher nur schwer für das me- lodische und akkordische Spiel auf der Zither adaptieren. Eine praxisnahe Harmonielehre speziell für das Instrument Zither fehlte bisher. Die Reihe „Zitherspiel begreifen, von der nun die ers- te Nummer im Verlag Psalteria erschienen ist, will diese Lücke zwischen Theorie und Praxis zumindest in Teilen schließen. Die Serie wurde von Isolde Jordan speziell für das melodisch-harmonische Spiel auf der Zither konzipiert und verdeutlicht tonale Zusammenhänge innerhalb einer Tonart sowie deren grifftechnische Umsetzung auf dem In- strument. Dabei folgt die Systematik des Heftes nicht dem Quintenzirkel, sondern beschränkt sich auf vier Tonarten mit wenigen Vorzeichen (C-, D- , F- und G-Dur), die in auf- steigender Reihenfolge die Veränderungen im Griffbild der linken und rechten Hand demonstriert. Dadurch bleibt der Schwierigkeitsgrad überschaubar. Jedes Kapitel befasst sich mit jeweils einer Tonart und ist jeweils nach dem glei- chen methodischen Prinzip aufgebaut, wobei Griffbrett und Freisaiten stets gesondert beleuchtet werden. Das Heft ist sehr gut als Ergänzung zum Anfängerunter- richt sowie für Laienmusiker und Volksmusikanten geeig- net, die ihre Spieltechnik systematisch verfeinern und ihre „Treffsicherheit“ innerhalb einer Tonart festigen möchten. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass „Zitherspiel begrei- fen“ keine musiktheoretischen Erläuterungen zur Harmo- nielehre oder zu etwaigen Fachtermini beinhaltet. Wer also wissen will, was ein „Dominantseptakkord“ oder eine „Um- kehrung“ ist, muss andernorts nachschlagen. Dank der vie- len Fachbücher sollte das jedoch kein Problem sein, zumal theoretische Abhandlungen den bewusst konzentrierten Umfang des Heftes sprengen würden. Leopold Hurt 64 | MAGAZIN

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