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2015_Zither-Mag_1

Gedenken Stolz auf sein deutsches Erbe Leonard Zapf lebte seit 1938 in Pennsylvania Leonard Zapf, Zithervirtuo- se aus Huntingdon Valley in Pennsylvania, ist am 6. Mai 2014 im Alter von 90 Jahren gestorben. Geboren 1923 in Bischofsgrün begann er mit neun Jahren das Zitherspiel zu lernen. Mit 15 emigrierte er nach Philadelphia, um im Musikgeschäft der Familie „Zapf´s Music Store“ zu arbei- ten. 65 Jahre wirkte er dort als Handwerksmeister, baute und reparierte Instrumente. Über die Jahre spielte Leonard bei ungezählten Engagements Zither, war seit 1938 Mitglied des Original Philadelphia Zither Ensembles. Er trat mit seinem Onkel Leonard Zapf und seinem Cousin Sofian Zapf auf. Auch mit Sohn Lenny am Kontrabass war er oft zu hören, ebenso mit dem Delaware Symphony Or- chestra und dem Philadelphia Orchestra unter Wolfgang Sa- wallisch. Die „G‘schichten aus dem Wienerwald“ spielte er mit dem Scranton Symphony Orchestra. Außerdem baute er das Philadelphia Zither Ensemble auf. Zeitlebens blieb er stolz auf sein deutsches Erbe. Lenny Zapf, Kurt Maute (Übersetzung: Nikola Hammon) Der Zither treu verbunden Alois Stepan im Alter von 82 Jahren gestorben Im November vergangenen Jahres starb unser langjähri- ges Mitglied Alois Stepan. Wir haben mit ihm einen Zither- spieler verloren, dessen gan- zes Leben von der Zither be- gleitet wurde. Alois Stepan, geboren 1932, liebte es, Musik zu machen, Zuhörer zu unterhalten und die Zither voranzubringen. Er war seit 1948 Mitglied im Zitherclub Oßweil, von 1959 bis 1986 leitete er als Dirigent das Orchester des Vereins, bis er noch im selben Jahr zum Ehrendirigenten ernannt wurde. Viel Engagement steckte er in die Gründung und Leitung der Schrammelgruppe. Im Landesverband Baden-Württemberg übernahm Alois Stepan 1966 das Amt des Landesmusikleiters, das er 32 Jahre lang inne hatte. Er gab der Zithermusik in Ba- den-Württemberg viele Impulse. Wir werden ihn immer in Er- innerung behalten. Sabine Stanjeck, 1. Vorsitzende des Zitherclub Oßweil Musik als Medizin Josefine Töpfer im Alter von 95 Jahren gestorben Auch viele Jahre nach Been- digung meines Unterrichtes bei Josefine Töpfer gab es keinen Besuch ohne gemein- sames Musizieren. Der Ring und ein Zweitinstrument standen immer parat, und ihre Freude über das gemein- same Spiel blieb auch im ho- hen Alter unvermindert groß. Überhaupt gab es wahr- scheinlich keine Situation im Leben von Josefine Töp- fer, die nicht eng mit Musik und Zither verknüpft war. Ihren Mann Karl-Heinz, ebenfalls Jahrgang 1919, lernte sie über den Zitherclub Offenburg ken- nen. Er begann sogleich, bei ihr Unterrichtsstunden zu neh- men. Schon bald erkannte sie, dass er in der Gruppe ihr ta- lentiertester Schüler und ein passender Partner – nicht nur für das Spiel im Duo – war. 1968 heirateten sie. Das gemeinsame Hobby begleitete sie von nun an durch das Leben. Sie bereisten mit ihrem Wohnmobil ganz Europa. Im- mer mit an Bord war die Zither. Selbst nach Amerika führte das Instrument das Ehepaar im Jahr 1998, zusammen mit dem Wanderchor Windschläg, um dort auf dem „German Fest“ zu musizieren. Eine besondere Überraschung erlebten sie während eines Urlaubs in Frankreich. Sie liefen gerade an ihrem Camping- nachbar vorbei, der scheinbar einen Radiosender mit Zither- musik eingeschalten hatte. Doch weit gefehlt, er hatte das Ehepaar Töpfer am Abend zuvor aufgenommen und lauschte nun den Klängen ihres Menuetts. Mit ihrem Spiel berührte Josefine Töpfer viele Menschen. Als begnadete Zitherspielerin und hoch geschätzte Lehrerin sowie aktive Förderin prägte sie die Zithermusik in der Orte- nau. Es gab keinen Tag, an dem sie sich nicht ihrer „Medizin“, der Zithermusik, hingab und damit ihre Vitalität und Lebens- kraft auch nach dem Tod ihres Mannes im Juni 2013 erhielt. Bis zu ihrem Tod im Juli 2014, im stolzen Alter von 95 Jahren, konnte sie ihrem Instrument noch feine Töne und klingende Melodien entlocken und den Menschen damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Auch wenn Josefine Töpfer nun nicht mehr unter uns weilt, so wird ihr Wunsch, Menschen mit dem unvergleichlichen Klang der Zither zu berühren und das wunderbare Instru- ment weiter zu fördern, von ihren zahlreichen Schülern in ihrem Sinne weitergetragen. Wir werden ihre Begeisterung für die Zithermusik, ihre Geschichten und ihre einzigartige Persönlichkeit nicht vergessen. Tabea Müller Leonard Zapf, ein Zithervirtose aus Pennsylvania, ist tot. Foto: privat Alois Stepan, langjähriger Landesmusik- leiter in Baden-Württemberg. Foto: privat Josefine Töpfer, hier mit ihrer Schülerin Tabea Müller. Foto: privat ZITHER SZENE |75

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