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2015_Zither-Mag_1 - Profil - Die Vielbeschäftigte

Musikpädagogin Pia Keil unterichtet an die 50 Schüler und ist eine Meisterin im Organisieren

Eigentlich wollte Pia Keil Hackbrett lernen. Aber die Zitherlehrerin ih- rer älteren Schwester überredete die damals Neunjährige, es erst mit der Zither zu probieren. Das Instrument ge- fiel ihr so gut, dass sie dabei blieb, aller- dings ohne auf ihr erstes Instrument, die Blockflöte, zu verzichten. Genauso we- nig übrigens wie auf das Hack- brett, das sie Jahre später, als sie bereits Zither an der Hochschule für Musik und Theater Mün- chen studierte, wie die Flöte als Zusatzfach belegte. Das zeigt, wie konsequent Pia Keil Dinge, die sie sich vorgenommen hat, umsetzt. Natürlich unterrichtet sie heute alle drei Instrumente: „Das finde ich wegen der Ab- wechslung gut.“ Die Mühldorferin wusste früh, dass sie Lehrerin werden woll- te. Und auch dass es Musik sein sollte, zumal sich ihr schon wäh- rend des Zitherunterrichts bei Rosalyn Sabo die Gelegenheit bot, als Zither-Jungstudentin am Richard-Strauss-Konservato- rium Erfahrungen zu sammeln. Gegen den Lehrberuf hatten die Eltern nichts einzuwenden. Nur dass sich die Tochter so völlig der Musik verschrieb und nichts „Vernünftiges” studieren wollte, irritierte sie. Pia Grandl, wie siedamalsnochhieß,schriebsichbravauchfüreinSprachstu- dium ein. Aber unmittelbar nach der erfolgreichen Aufnahme- prüfung cancelte sie den anderen Studiengang. 2009 schloss sie das Studium mit dem pädagogischen Diplom ab. Bereits in ihren Münchner Jahren hatte sie begonnen, sich in Mühldorf und Umgebung einen Schülerstamm aufge- baut. Inzwischen betreut sie zwischen 40 und 50 Schülern, 18 davon an der Zither. Die jüngste Zitherspielerin ist erst fünf Jahre alt, die älteste in Rente. Längst weiß sie, dass je- der mit einer anderen Erwartung in den Unterricht kommt. „Inzwischen habe ich aber so viel Erfah- rung gesammelt, dass ich meist schnell rausfinde, was der einzelne braucht.“ Flötenschüler springen übrigens schnel- ler ab als Zitherspieler. Dass sie nichts davon hält, die Flöte als Anfängerinstru- ment zu missbrauchen, wundert nicht. Der Einstieg funktioniere mit jedem an- deren Instrument genauso gut, Hauptsache, der Schüler habe wirklich Lust dazu, sagt sie. Die 29-jährige Musikpädagogin unterrichtet nur privat. Anfangs gezwungenermaßen – „an der Musikschule war keine Stel- le frei“ – und inzwischen aus Überzeugung. „Es macht mir Spaß, für alles selbst zuständig zu sein.“ Die Nachfrage nach Zupfmusik ist groß, daher hat sie kein Problem, „Vorspiele“ zu organisieren. Ihre Schüler musi- zieren in Kirchen, Altenheimen oder bei Festen. Trotz aller Ar- beit hat sie noch Zeit, im Zither 10-Team mitzuarbeiten und den Workshop mit zu organisieren. Sie selbst spielt neben Volks- musik am liebsten Alte Musik. Erfolgreich unterwegs ist sie mit dem „Ensemble Ba.rock“, das sich auf barocke Musik aus ganz Europa spezialisiert hat. Aber genauso gern musiziert sie mit der „Wiesmühldor- fer Musi“. Das Trio bietet der Vielbeschäftigten die Gele- genheit, Zeit mit ihrem Mann zu verbringen. Andreas Keil spielt dort die Geige. Sabine Reithmaier / Foto: privat Pia Keil ist bei Zither 10 in „Come again“. dem Konzert mit Alter Musik, zu hören, gemeinsam mit Laura Faig, Tatjana Flickinger, Regina Frank und Susanne Kaiser. Sonntag, 29.3. 13 Uhr, Black Box, Gasteig München. Die Vielbeschäftigte Musikpädagogin Pia Keil unterrichtet an die 50 Schüler und ist eine Meisterin im Organisieren PROFIL |79

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